Über das Magazin

Setzkasten — wo aus Buchstaben Seite wird.

Setzkasten ist ein deutschsprachiges Magazin für Typografie, Grafikdesign und Editorial-Praxis im DACH-Raum. Wir schreiben für Grafikdesigner:innen in Einzel-Studio bis mittlerer Agentur-Größe, für Typograf:innen mit Schrift-Gestaltungs-Schwerpunkt, für Editorial- Designer:innen mit Buch- oder Magazin-Praxis, für Schriftgestalter:innen mit Foundry-Hintergrund, für Studierende der Visuellen Kommunikation an den DACH-Hochschulen (HfG Karlsruhe, Burg Halle, HfG Offenbach, Hochschule der Künste Bern, Universität Wien Angewandte), für Lehrkräfte in Grafikdesign-Studiengängen, für Marketing- und Brand-Manager:innen mit Design-Affinität, für Print-Praktiker:innen, für Schrift-Sammler:innen, für Letterpress-Aktive in DACH-Werkstätten. Acht Ressorts, eine konsequente Haltung: Typografie und Grafikdesign sind handwerkliche Disziplinen mit präzisem Hand-Werk und gewachsener Form-Tradition — keine Lifestyle- Inszenierung und keine Trend-Folklore.

Acht Ressorts — Typografie, Schrift, Editorial, Logo & Identität, Print, Digital, Geschichte, Praxis — bilden das Gerüst, in dem wir kontinuierlich publizieren. Nicht jede Ausgabe füllt alle acht Felder. Manchmal verdichten sich drei Texte um eine einzelne Schrift-Veröffentlichung einer Foundry, manchmal hängt ein ganzer Band an einer Rebranding-Lage der Großmarke. Die aktuelle Mai-2026-Ausgabe markiert den Eröffnungsband, mit Schwerpunkt auf einem Stand der Variable-Fonts-Adoption nach zehn Jahren und einer Editorial- Design-Bilanz nach der Pandemie-Phasen-Verschiebung als programmatischem Auftakt.

Was uns inhaltlich interessiert, ist die Spannung zwischen Schrift-Versprechen und Lese-Realität. Garamond als die Renaissance-Antiqua aus den 1530er-Jahren bleibt in der hochwertigen Buch- Editorial-Tradition der Standard für lange-Lese-Texte. Helvetica seit Max Miedinger 1957 ist das Schweizer-Stil-Manifest und bleibt im Editorial- und Corporate-Identity-Bereich präsent. Variable Fonts seit OpenType 1.8 / 2016 haben die Schrift-Architektur grundlegend verändert (eine Schrift-Datei kann heute alle Schnitte einer Familie über parametrische Achsen wie wght und wdth abdecken). Die Risograph-Renaissance der 2010er-Jahre hat in Studio-Druck- Werkstätten eine neue Spot-Farb-Ästhetik etabliert. Wir behandeln Typografie als das, was sie ist: angewandte Lese-Wissenschaft mit handwerklicher Schrift-Tradition und konkreter Print- und Digital-Anwendung. Wir würdigen das Handwerk und prüfen die Anwendungs-Realität gleichzeitig.

Geschrieben ist Setzkasten für Grafikdesigner:innen, die ihre Schrift- Auswahl-Praxis reflektieren wollen; für Typograf:innen, die zwischen Mikrotypografie und Makro-Form-Disziplin navigieren; für Editorial-Designer:innen, die zwischen Satzspiegel-Konstruktion und Raster-System-Wahl pendeln; für Schriftgestalter:innen, deren tägliche Arbeit im Glyphs- oder FontLab-Editor stattfindet; für Studierende der Visuellen Kommunikation, die ihre Studien- Inhalte mit dem aktuellen Praxis-Stand abgleichen wollen; und für Letterpress-Aktive, deren Werkstatt-Praxis die historische Tradition weitergibt.

Gastbeiträge

Setzkasten nimmt Gastbeiträge an. Wer einen Text aus der Typografie-/Grafikdesign-/Editorial-Praxis geschrieben hat — Mikrotypografie-Tiefenbohrung, Schrift-Familie-Porträt, Editorial-Gestaltungs- Erklärstück, Logo-Design-Anmerkung, Print-Verfahren-Bilanz, Digital-Schrift-Stand, Geschichts- Reflexion, Studio-Praxis-Bericht — und ihn bei uns sehen möchte, schickt eine Schreibprobe an [email protected]. Wir antworten in der Regel innerhalb einer Woche. Kürze ist kein Nachteil, eine konkrete Foundry-Versions-Angabe mit Schrift-Achsen-Wert sagt mehr als drei Absätze Prosa, und wer mit konkreter OpenType-Feature- Aktivierung statt mit „schöner Schrift" arbeitet, hat schon gewonnen.

Eine gute Typografie-Reflexion ist die, in der am Ende klar ist, welche Schrift in welchem Grad in welchem Leading auf welchem Papier in welcher Druck-Technologie zu welcher Lese- Realität führt. Wir nehmen die Schrift ernst.