RESSORTS.
Acht Felder, in denen wir kontinuierlich publizieren — von Garamond bis zum Variable Font.
- I
Typografie
Das Mutterressort. Typografie als die handwerkliche Disziplin der Schrift-Anwendung und -Gestaltung: Mikrotypografie (Kerning als Buchstaben-Paar-Anpassung, Tracking als ganzheitliche Laufweiten-Korrektur, Leading als Zeilenabstand mit dem optischen 120%-Standard für Brot-Schrift, Ligaturen für ästhetische Zeichen-Verbindungen, optische Größen-Korrekturen in Multiple-Master- und Variable-Font-Architektur), Schrift-Auswahl-Disziplin nach Inhalt und Lese-Kontext, Lese-Wissenschaft (Reading-Studien zu Schrift-Wirkung und Lese-Geschwindigkeit), Klassifikations-Systeme (DIN 16518 mit den 11 Schrift-Gruppen, Vox-Klassifikation als die international etablierte Taxonomie).
→ - II
Schrift
Schrift-Disziplin. Serifen-Klassiker (Garamond seit Claude Garamond ca. 1530 als Renaissance-Antiqua-Standard, Caslon seit William Caslon 1722 als englische Tradition, Baskerville seit John Baskerville 1757 als Übergangs-Antiqua, Bodoni und Didot ab den 1780er-Jahren als die zwei klassizistischen Antiquas), Sans-Serif-Klassiker (Akzidenz-Grotesk seit Berthold ca. 1898 als Helvetica-Vorgänger, Helvetica seit Max Miedinger und Eduard Hoffmann 1957, Univers seit Adrian Frutiger 1957 als die zwei-Schicht-Konkurrenz, Frutiger seit 1976 als Frutigers humanistische Sans), Variable Fonts seit OpenType 1.8 / 2016 als die moderne Schrift-Architektur mit Achsen wie wght und wdth.
→ - III
Editorial
Editorial-Disziplin. Buch-Gestaltung (Satzspiegel-Konstruktion nach Tschichold mit Goldener-Schnitt-Proportionen, Van-de-Graaf-Kanon als geometrische Konstruktion, Pagina-Position im Außensteg-Standard), Magazin-Gestaltung (Raster-Systeme nach Müller-Brockmanns Grid-Buch 1981, Heft-Architektur mit Inhalt-Editorial-Feature-Politik), Zeitschriften- und Newspaper-Gestaltung (Spalten-Architektur, Headline-Hierarchien), Cover-Design als Disziplin der einzelnen Aussage.
→ - IV
Logo & Identität
Logo- und Corporate-Identity-Disziplin. Logo-Klassifikations-Typen (Word-Mark als nur-Text-Lösung, Letter-Mark als Initialen-Logo, Pictorial als bildhaftes Symbol, Abstract als nicht-bildhafte Form, Combination als Wort-Bild-Kombination), Corporate-Identity-Programme mit Style-Guide-Architektur (Logo-Verwendung, Schrift-Hierarchie, Farb-Palette, Bild-Sprache als die vier Standard-Module), Rebranding-Prozesse mit ihrer Phasen-Struktur (Strategie, Konzept, Design, Roll-out), internationale Branding-Schulen (Pentagram als die internationale Designer-Kollektiv-Tradition, Sagmeister, Wolff Olins, Landor als die etablierten Agentur-Brands).
→ - V
Print
Druck-Technologien. Offset-Druck als die industrielle Standard-Technologie (4-Farb-CMYK mit Schwarz als Tiefe-Geber, Sonderfarben nach Pantone-System für Marken-konstante Farb-Wiedergabe), Digital-Druck für kleine Auflagen seit den 1990er-Jahren (HP Indigo, Xerox iGen, Konica Minolta als die drei Markt-Standards), Risograph als die seit den 2010er-Jahren wieder beliebte Studio-Technologie mit ihrer charakteristischen Spot-Farb-Ästhetik, Letterpress als die historische Tradition mit Renaissance seit den 2000er-Jahren in Studio-Druck-Werkstätten, Papier-Auswahl (Bulk-Faktor, Volumen, Oberflächen-Glätte vs. Rauheit), Buchbindung-Techniken.
→ - VI
Digital
Digital-Typografie-Disziplin. Web-Fonts seit @font-face-CSS-Selektor 2008 als Standard (vorher kombinierte sIFR- und Cufon-Lösungen), Google Fonts seit 2010 als die Free-Web-Font-Plattform, Variable Fonts in Browsern seit 2018 mit den OpenType-1.8-Achsen, CSS-Typografie (text-rendering: optimizeLegibility für bessere Kerning-Auflösung, font-variant-Features für OpenType-Aktivierung, font-feature-settings für direkte OpenType-Feature-Kontrolle), Design-Systeme (Material 3 als Google-Standard, Apple Human Interface als Apple-Standard, Tailwind als das Token-System der Web-Entwicklung).
→ - VII
Geschichte
Typografie-Geschichte. Gutenberg ca. 1455 als Erstdruck mit beweglichen Lettern in Mainz (die 42-zeilige Bibel als die ikonische erste Druck-Bibel), Renaissance-Typografie (Nicolas Jenson 1470 in Venedig, Aldus Manutius als italienische Antiqua-Tradition), Klassizismus (Bodoni in Parma und Didot in Paris als die zwei klassizistischen Schul-Zentren), Industrialisierung mit Linotype-Setz-Maschine 1886 als die erste mechanische Setzlösung, Bauhaus als Modernisten-Bewegung 1919–1933 mit Jan Tschicholds „Die neue Typographie" 1928, Schweizer Stil als die einflussreichste Schule 1950er–1970er mit Josef Müller-Brockmann und Armin Hofmann.
→ - VIII
Praxis
Studio- und Karriere-Praxis. Klient-Beziehung (Brief-Erfassung als zentrale Phase, Konzept-Präsentation, Iterations-Praxis, Abnahme-Politik), Honorar-Struktur (Tages-, Projekt-, Retainer-Honorar als die drei klassischen Modelle, AGD — Allianz Deutscher Designer als die DACH-Honorar-Empfehlungs-Quelle), Projekt-Phasen-Verlauf (Brief, Recherche, Konzept, Design, Produktion, Roll-out), Karriere-Wege (Hochschul-Studium der Visuellen Kommunikation vs. Quereinstieg, Internationale Foundry-Mitarbeit, Freelance- vs. Anstellungs-Trade-Offs).
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